Garten

Gemüsegarten, Kleingarten, Bauerngarten, Privat- oder Gemeinschaftsgarten, Botanischer Garten, Klostergarten, Kräutergarten, Heilgarten, Therapiegarten: Garten ist ein Stück Natur, gezähmt und harmonisch. Ein Ort der Ästhetik, der Kreativität, der Begegnung. Ein Ort der Ruhe oder Aktivität, ein Ort für Feiern und Beisammensein oder alleine mit sich und den Pflanzen. Eine Quelle für Erfolgserlebnisse, sinnliche Erfahrungen und leckeres Obst und Gemüse. Und eine Quelle der Heilung.

Was macht einen Therapiegarten aus?

Therapiegarten ist ein Garten, in dem Gartentherapien und andere Aktivitäten mit Pflanzen stattfinden. Nach Niepel und Emmrich sollte ein Therapiegarten folgenden Effekte haben: Distanz von der täglichen Aufmerksamkeitsroutine, Empfinden von Weite und Ausdehnung, Faszination wecken und so von der erzwungenen Aufmerksamkeit ablenken.

Wir fügen hinzu: Ein Therapiegarten sollte anregen, beruhigen, inspirieren, Kreativität erlauben, gut erreichbar (barrierefrei), Orientierung, Geborgenheit und Platz für körperliche Aktivitäten bieten. Und er sollte stets für die Zielgruppe ausgerichtet sein.

Eine gute Anleitung zur Vorgehensweise bei der Planung von Therapiegärten bietet Renate Schneiter-Ulmann im Lehrbuch Gartentherapie.

Literatur

R. Schneiter-Ulmann: Lehrbuch Gartentherapie, Bern 2010

A. Niepel und S. Emmrich: Garten und Therapie, Wege zur Barrierefreiheit. Stuttgart 2005

 

Braucht man für Gartentherapie einen Garten?

Nein. Die Arbeit mit Pflanzen erfolgt zwar am besten in einem Garten, weil sich bereits der Aufenthalt im Freien und der Anblick der Pflanzen auf Körper und Seele auswirken (siehe auch: Wie wirkt Gartentherapie? Und Gibt es Beweise für die Wirksamkeit von Gartentherapie?) Dies ist jedoch nicht immer möglich. Manche PatientInnen sind sind bettlägerig: Hier kommt der Gartentherapeut direkt ins Zimmer. Wenn es draußen zu kalt ist, findet Gartentherapie in Gemeinschaftsräumen oder im Gewächshaus statt. Auch die Bepflanzung von Balkonkästen auf dem Fenstersims, Blumenkübeln oder Hochbeeten auf der Terrasse oder gar vertikales Gärtnern an Hauswänden sind möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was kann man im Therapiegarten machen?

Je nach Zielgruppe und je nach Ausrichtung des Therapiegartens ist die Palette der Tätigkeiten sehr vielfältig. Von therapeutischen Gesprächen unter einem blühenden Kirschbaum über Entspannungsübungen, Genusstraining, Training des Gleichgewichts oder der Feinmotorik bis hin zur Grillparty für Bewohner, Pflege-Team und Angehörige ist alles denkbar.

Nach dem ABC-Konzept für Therapiegärten von Sabine Distler, Sozialpädagogin, Psychogerontologin und Leiterin einer Pflegeeinrichtung, sollte ein Therapiegarten über drei Bereiche verfügen:

ein Bereich für Kommunikation und Begegnung

ein Bereich für Aktivierung (Anregung der Sinne, Möglichkeit zur sportlichen Betätigung...)

einem Bereich fürs Erinnern.

 

Wie kann mein Garten zum Therapiegarten werden?

Ein Therapiegarten ist – wie die Gartentherpie-KlientInnen - stets individuell. Nach Schneiter-Ulmann sollten die Initiatoren und die Einrichtung folgende Arbeitsschritte gemeinsam gehen:

Bestimmung des Standortes

Entwicklung eines Leitbildes

Entwicklung von Freiraummodulen entsprechen den gewünschten Therapieformen und den Geländeeigenschaften

Verortung der Freiraummodule in einem Raumprogramm für das ausgewählte Gelände

Entwicklung eines detaillierten Entwurfes

 

Sie sollten rechtzeitig eine Garten- und Landschaftsarchitektin / einen Architekten einbinden. Gerne können Sie eine/n von unseren GartentherapeutInnen mit Schwerpunkt Therapie-Gartenbau unter ExpertInnen kontaktieren.

 

Inspiration aus Norddeutschland gibt es hier:

Projekte Grüne Stunde

Grünreich

 

Literatur

A. Niepel und Th. Pfister: Praxisbuch Gartentherapie. Idstein 2010

R. Schneiter-Ulmann: Gartentherapie. Bern 2010

C. Cooper Marcus und M. Barnes: Healing Gardens, Therapeutic Benefits and Design Recommendations. New York 1999

 

 

Wo finde ich weitere Informationen zu Therapiegärten und gute Beispiele in Norddeutschland?

Einige schöne Projekte und Einrichtungen in Norddeutschland, in denen Gartentherapie angeboten wird, finden Sie unter Projekte. Es gibt einige Bücher über Gartentherapie, mit Theorie, Praxisbeispielen und Anleitungen. Außerdem informiert die Gesellschaft für Gartenbau und Therapie auf ihrer Internetseite sowohl über weitere Quellen als auch über Fachartikel.

 

 

 

Haben Sie noch eine Frage? Schreiben Sie uns!

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